Profil und Werdegang
Beruflicher Werdegang
Mein Name ist Jan Kerkmann, und ich bin derzeit Privatdozent für Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dort habe ich im Jahr 2014 mein Bachelorstudium (Philosophie und Neuere deutsche Literatur) beendet und 2016 meinen Master in Philosophie abgeschlossen. Seit 2013 war ich als studentischer und als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Freiburger Arbeitsbereich für Philosophie mit Schwerpunkt Ethik tätig.
Dabei lag mein Fokus von Anfang an auf der Geschichte der Philosophie, insbesondere auf dem Deutschen Idealismus und nachidealistischen Entwürfen des 19. und 20. Jahrhunderts. Meine aktuellen Forschungen decken historisch die zentralen Epochen der Philosophiegeschichte ab – von der Antike über die Frühe Neuzeit bis zur klassischen Moderne – und entfalten thematische Schwerpunkte in der Metaphysik, der Politischen Philosophie und der Naturphilosophie.
In meiner Dissertation (summa cum laude, betreut von Prof. Dr. Lore Hühn und Prof. Dr. Andreas Urs Sommer, erschienen 2020 bei De Gruyter) habe ich Heideggers Interpretation der Metaphysikgeschichte sowie seine umfassende Auseinandersetzung mit Schelling und Nietzsche analysiert.
Habilitation
Meine Habilitationsschrift (De Gruyter 2023) setzt die intensive Beschäftigung mit der Geschichte der Philosophie fort und widmet sich der Entwicklung des epistemologischen Idealismus von Berkeley über Kant bis zu Schopenhauer. Bis zum heutigen Zeitpunkt habe ich neben meinen universitären Qualifikationsschriften vier weitere Monographien mit einem philosophiegeschichtlichen Untersuchungshorizont verfasst, acht – vornehmlich in der politischen Philosophie verankerte – Sammelbände ediert sowie über vierzig wissenschaftliche Aufsätze publiziert.
Zudem fungiere ich als Mitherausgeber von vier philosophischen Schriftenreihen, die an interdisziplinären Schnittstellen angesiedelt sind und meine hauptsächlichen Forschungsinteressen profilieren: Das politische Denken in Europa (Nomos, gemeinsam mit Dr. David Manolo Sailer); Grundbegriffe des Menschseins (De Gruyter, gemeinsam mit Moritz Pretzsch); Schriftstücke. Beiträge zu Philosophie und Literaturwissenschaft (Parodos, gemeinsam mit Dr. Rainer Barbey) und Metaphysische Neubetrachtungen (Brill, zusammen mit Moritz Pretzsch).
Forschungsaufenthalte
Seit meiner Habilitation im Jahr 2023 konnte ich Forschungsaufenthalte an renommierten Universitäten wahrnehmen, unter anderem an der University of Cambridge (Feodor-Lynen-Stipendium der Humboldt-Stiftung), der Universität Aarhus in Dänemark (DAAD), der Freien Universität Berlin (Humboldt-Stiftung) und zuletzt an der University of Oxford. In Oxford bin ich seit dem Januar 2026 als Academic Research Scholar an der Blackfriars Hall tätig.
Diese Forschungsaufenthalte, die besonders der Vertiefung meines Zuganges zur europäischen Ideengeschichte dienten, ermöglichten die Etablierung internationaler Kooperationen und die Umsetzung von Projekten auf hohem wissenschaftlichen Niveau.
Lehre
In der akademischen Lehre begleite ich Studierende seit 2018 über die gesamte philosophische Tradition – von der Sophistik und Platon über Hobbes und Spinoza bis hin zu Schelling, Schopenhauer, Nietzsche und Severino. Dabei lege ich Wert darauf, historische Fragestellungen, Konzepte und Prinzipien in ihren epochalen Kontinuitäten und Zäsuren nachzuvollziehen.
Das historiographische Methodenparadigma der Cambridge School hat mich zudem für die präzise Rekonstruktion von Begriffen in ihren Entstehungskontexten sensibilisiert. Meine Lehrvision ist, Studierende aktiv in die Erforschung wesentlicher Problemstellungen und einflussreicher Lösungsansätze der Philosophiegeschichte einzubeziehen, die auf gegenwärtige philosophische Debatten angewendet werden können. Zudem möchte ich den Studierenden kritische Reflexionsmöglichkeiten im Hinblick auf den etablierten Kanon philosophischer Werke eröffnen.
Forschungsprojekt
Ein aktuelles Forschungsprojekt fokussiert die Transformation des Gottesbegriffs in der Frühen Neuzeit am Beispiel von George Berkeley und Baruch de Spinoza. Ich vertrete die These, dass der Gottesbegriff in diesem Kontext nicht primär theologisch, sondern als epistemologisches Strukturprinzip zu verstehen ist. Ziel ist es, diese Entwicklung als entscheidenden Schritt hin zu einer funktionalen Neubestimmung metaphysischer Grundbegriffe in der Moderne zu rekonstruieren und systematisch fruchtbar zu machen.
Insgesamt bewegt mich die Frage, wie sich eine spekulative Metaphysik, die überzeitliche Geltung und ewige Wahrheit beansprucht, in einer Epoche des historisch reflektierten Philosophierens konturieren kann. Differenziert, gehaltvoll, argumentativ stichhaltig – und aus einer souveränen Kenntnis der gesamten philosophischen Tradition entspringend – nach einer Möglichkeit der Vereinigung von Metaphysik und Geschichtlichkeit zu suchen, repräsentiert für mich eine lebenslange Aufgabe, die einer ‚Quadratur des Kreises‘ gleichkommt. Ihre anhaltende Erkundung treibt meine philosophische Gedankenbildung an.
In diesem Zusammenhang ist mir daran gelegen, weder die metaphysikkritischen Vorannahmen unseres Zeitalters ungeprüft zu reproduzieren, noch die Metaphysik als eine dogmatische Schuldisziplin zu affirmieren, die auf jegliche existenzielle Rückbindung verzichtet.
Persönliches Interesse
In meiner Freizeit bin ich zudem passionierter Langstreckenläufer mit einer Marathon-Bestzeit von 2:27h.
Akademische Mitgliedschaften
- Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie e.V.
- Mitglied in der Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V.
- Mitglied in der Schopenhauer-Gesellschaft e.V.
- Mitglied in der Spinoza-Gesellschaft e.V.
Akademischer Lebenslauf
ab 01/2026
Academic Research Scholar, Blackfriars Hall, University of Oxford
ab 12/2025
Academic Visitor an der Faculty of Philosophy der University of Oxford
09–12/2025
Visiting Fellowship am Centre for Research in the Arts, Social Sciences and Humanitites, University of Cambridge (Affiliation am King’s College)
09/2024–09/2025
Feodor-Lynen-Rückkehrstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin (Host: Prof. Dr. Dina Emundts)
03–09/2024
DAAD-Stipendium für Postdocs an der Universität Aarhus (Dänemark). Gastgeber: Prof. Dr. Anders Moe Rasmussen (School of Culture and Society, Philosophy).
09/2023–03/2024
Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der University of Cambridge (Gastgeber: Prof. Dr. Richard Bourke, King’s College).
06/2023
Abschluss des Habilitationsverfahrens und Erteilung der venia legendi an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Titel der Habilitationsschrift: Unendliches Bewusstsein. Berkeleys Idealismus und dessen kritische Weiterentwicklung bei Kant und Schopenhauer.
07–10/2022
Werner-Keller-Stipendium der Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V.
seit 2021
Assoziiertes Mitglied am Nietzsche-Forschungszentrum der Universität Freiburg.
2019–2023
Akademischer Mitarbeiter am Arbeitsbereich „Philosophie mit Schwerpunkt Ethik“.
2016–2019
Wissenschaftliche Hilfskraft am Arbeitsbereich „Philosophie mit Schwerpunkt“.
2016–2019
Promotionsstudium an der Universität Freiburg. Titel der Dissertation: Die Zeit des Willens. Heideggers Rekonstruktion der neuzeitlichen Willensmetaphysik vor dem Hintergrund seiner Auseinandersetzung mit Nietzsche und Schelling. (summa cum laude).
2017–2018
Promotionsstipendium der „Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit“.
2013–2016
Studentische Hilfskraft am Arbeitsbereich „Philosophie mit Schwerpunkt Ethik“.
2011–2016
Studium der Fächer Philosophie und Neuere deutsche Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Bachelor of Arts 2014; Master of Arts im Fach Philosophie 2016 (Gesamtnote: 1,0).
Forschungsgebiete
Systematisch
Metaphysik, Geschichte der Philosophie, Politische Philosophie, Naturphilosophie
Historisch
Platon, Sophistik, Plotin, Hobbes, Spinoza, Berkeley, Goethe, Schelling,
Hölderlin, Schopenhauer, Nietzsche, Heidegger
Lehrveranstaltungen
Seit WS 2018/19
Lehrbeauftragter am Philosophischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
SoSe 2026
Platon: Frühe sokratische Dialoge (Laches, Charmides, Euthydemos)
WS 2025/26
Proseminar: Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung
Proseminar: Erotik und Politik bei Platon (mit Jakob Leonhard Lutz)
SoSe 2025
Schelling, Freiheitsschrift (gemeinsam mit Prof. Dina Emundts, FU Berlin)
Proseminar: Nietzsche, Morgenröte
WS 2024/25
Proseminar: Platon, Sophistes
SoSe 2024
Proseminar: Platon, Theaitetos
SoSe 2023
Interpretationskurs: Hobbes, Leviathan (II)
Proseminar: Platon, Parmenides
WS 2022/23
Interpretationskurs: Hobbes, Leviathan (I)
Proseminar: Platon, Gorgias
SoSe 2022
Interpretationskurs: Baruch de Spinoza, Ethik (II)
Proseminar: Marc Aurel und die stoische Philosophie
WS 2021/22
Interpretationskurs: Baruch de Spinoza, Ethik (I)
Proseminar: Platon, Phaidon
SoSe 2021
Interpretationskurs: Platon, Politeia (II)
Proseminar: Goethe und Spinoza
WS 2020/21
Interpretationskurs: Platon, Politeia (I)
Proseminar: Platons Auseinandersetzung mit den Sophisten
SoSe 2020
Interpretationskurs: Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung (II)
Proseminar: Das Wesen des Nihilismus bei Heidegger und Severino
WS 2019/20
Interpretationskurs: Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung (I)
SoSe 2019
Proseminar: Schopenhauers Naturphilosophie
WS 2018/19
Proseminar: Vorstellung bei Berkeley und Schopenhauer